Henning Lohmann's Armut von Erwerbstatigen in europäischen Wohlfahrtsstaaten: PDF

By Henning Lohmann

ISBN-10: 3531157450

ISBN-13: 9783531157450

Das Bild von erwerbstätigen Armen ist oftmals durch die Vorstellung von hart arbeitenden, aber gering bezahlten Arbeitskräften geprägt, deren Alltag die beiden US amerikanischen Journalisten Barbara Ehrenreich (2005) und David Shipler (2005) am Beispiel von einfachen Industriearbeitern, Servicekräften oder Erntehel fern eindrücklich geschildert haben. Auch in europäischen Wohlfahrtsstaaten, um die es in dieser Arbeit gehen soll, sind entsprechende Bilder präsent, wenn von armen Erwerbstätigen die Rede ist. Dies ist aber nur eine Seite des difficulties ‚Ar mut von Erwerbstätigen’. Aus anderer Perspektive sind es nicht allein geringbezahl te Jobs, die als Ursache von Armut von Erwerbstätigen in Frage kommen. Frühere Arbeiten, wie beispielsweise die bislang umfassendste Studie zu den ‚working terrible’ in Deutschland (Strengmann Kuhn 2003), weisen darauf hin, dass der Haushalts kontext eine entscheidende Rolle dabei spielt, ob ein Einkommen ausreichend ist oder nicht. Auch Normalverdiener, die allein eine Familie zu versorgen haben, gehören daher häufiger als manche andere Gruppen zu den erwerbstätigen Armen. Die Berücksichtigung dieses Aspekts setzt allerdings voraus, dass guy Armut von Erwerbstätigen im Sinne der allgemeinen Armutsforschung definiert, die von den in einem Haushalt verfügbaren Ressourcen ausgeht und nicht allein von der Verteilung der Erwerbseinkommen. Dies ist auch die grundsätzliche Sichtweise dieser Arbeit. Dieses Verständnis von ‚Armut von Erwerbstätigen’ ist in der wissenschaftli chen und politischen Diskussion inzwischen durchaus etabliert. So wird seit einigen Jahren ein entsprechender Indikator in der europäischen Sozialberichterstattung verwendet (vgl. Bardone/Guio 2005). Dabei zeigt sich einerseits, dass sich das Ausmaß von Armut von Erwerbstätigen zwischen Ländern erheblich unterscheidet.

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Sie stellen dagegen die Bedeutung klientelistischer und familialer Muster bei der Organisation von Wohlfahrtsstaaten in den Vordergrund. Insbesondere letzteres trifft sich mit der aus feministischer Sicht geäußerten Kritik, da auch dort eine stärke Berücksichtigung der Rolle der Familie bei der Betrachtung von Wohlfahrtsstaaten als notwendig erachtet wird. 19 Die Tatsache, dass in der vorliegenden Arbeit das grundlegende Konzept der Defamilisierung für die Erklärung von Unterschieden im Ausmaß und in der Struktur von 19 Überlegungen zur Verbindung herkömmlicher vergleichender Wohlfahrtsstaatsforschung mit feministischer Theorie gehen insbesondere auf Orloff (1993) und O’Connor (1993) zurück.

Ein zentraler, aber nicht der einzige Aspekt von Defamilisierung ist, welche Form geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung in Paarhaushalten durch ein Wohlfahrtsregime befördert wird (vgl. Gornick et al. 1997, Dingeldey 1999, Korpi 2000). 23 Relevante Maßnahmen umfassen die Verfügbarkeit oder finanzielle Förderung von Kinderbetreuungsmöglichkeiten (insbesondere auch für Kinder unter 3 Jahren), Formen der Altenpflege außerhalb der Familie, gesetzliche Arbeitsplatzgarantien und finanzielle Unterstützung für die Dauer von Erziehungszeiten und hier insbesondere Regelungen, die nicht nur von Müttern, sondern auch von Vätern in Anspruch genommen werden (vgl.

Werden diese nur in dem Maße gewährt, wie kein Erwerbseinkommen vorliegt, wird der ‚Wert’ der Freizeit erhöht. Die Ausweitung des Arbeitsangebots ist also nicht allein mit Einbußen an Freizeit verbunden, sondern zusätzlich mit Einbußen an Transferleistungen. Der Anspruchslohn wird erhöht bzw. die Opportunitätskosten der Arbeit steigen. Darauf baut sich eine Diskussion auf, die durch den Begriff ‚Armutsfalle’ gekennzeichnet ist (vgl. OECD 1996, Doudeijns 2000, Gebauer et al. 2002, Carone et 13 Freizeit meint hier die Zeit, in der nicht einer entlohnten Tätigkeit nachgegangen wird.

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Armut von Erwerbstatigen in europäischen Wohlfahrtsstaaten: Niedriglöhne, staatliche Transfers und die Rolle der Familie by Henning Lohmann


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